Die Corona-Krise aus astrologischer Sicht

Nachdem ich lange keine Lust gehabt hatte, mich zur Weltlage zu äußern, fühle ich mich aufgrund der vielen Anfragen motiviert, detailliert zur astrologischen Situation 2020/21 Stellung zu nehmen. Die folgenden Hinweise sollen helfen, die kommenden Entwicklungen besser einzuordnen. Sie richten sich eher an Astrologie-Kundige als an Laien und werden nach und nach von mir ergänzt werden.


Entwicklungen bis Januar 2020:
Saturn tritt Dezember 2017 in den Steinbock ein, wo sich Pluto bereits seit 2008/09 befindet. Zur ersten Annäherung der beiden Planeten kommt es im April 2019; danach bleiben die beiden stets in engem Kontakt.

2018/19 erfolgt weltweit eine auffällige Zuspitzung von Krisen, wie die Verschärfung des Bürgerkriegs in Syrien und der damit verbundenen Flüchtlingswelle nach Europa, eine sich radikalisierende rechts/links-Debatte, den Vollzug des Brexit, das Aufkommen der „Gelbwestenbewegung“ in Frankreich sowie weltweite Brände und Vulkan-Aktivitäten. Die „Friday for future – Bewegung“ gewinnt mit dem Eintritt von Uranus in den Stier (März 2019) an Aufwind, wodurch es zu einem erhöhten Bewusstsein für den Klimawandel, aber auch anderer Probleme wie der Plastikvermüllung der Meere kommt. Auffällig ist, dass viele Debatten mit hysterischen Einseitigkeiten und Zuspitzungen einhergehen. Wichtiger als die Lösung der Probleme anzuvisieren, erscheint es, „recht zu haben“, auf der „richtigen Seite“ zu stehen, mit dem Finger auf andere zu zeigen („shit storms“) und den eigenen Schatten nicht sehen zu wollen („Gutmenschen“ versus „Verschwörungstheoretiker“, „fake news“, „XYZ-Leugner“ etc.). Selbst der gutgemeinte Slogan „Kein Millimeter nach rechts“ ist – bei näherem Hinsehen – kein Ausdruck von Toleranz und offenem Denken. Dass bei einem Steinbock-Saturn und einem Steinbock-Pluto Granit auf Beton trifft, machte sich leider überdeutlich bemerkbar.

Das Symbolereignis für Europa ist der Brand von Notre Dame de Paris im April 2019.


Im Dezember 2019 wechselt Jupiter ebenfalls nach Steinbock, wo sich nun gleich drei Langsamläufer befinden. Jupiter wirkt in diesem Falle leider als Brandbeschleuniger, der die Dinge nicht nur im Guten, sondern auch im Negativen verstärkt.

Erste Meldungen über das Corona-Virus Anfang Dezember hätten daher hellhörig machen sollen —

Zeitgleich erreicht um den Jahreswechsel die durch die „Gelbwestenbewegung“ in Frankreich ausgelöste Streikwelle ihren Höhepunkt. Auch in Deutschland kommt es an Silvester zu Flugstreiks, die jedoch weniger folgenreich waren.


Am 12. Januar 2020 wird die Saturn-Pluto-Konjunktion exakt.

Die größten astrologischen Befürchtungen wurden für die Zeit um den 12. Januar gehegt. Wie häufig bleibt es im Auge des Sturms jedoch ruhig. Ein Krieg zwischen Amerika und dem Iran kann gerade noch abgewendet werden, obwohl Ungeheuerliches geschieht. Es scheint für einen Moment, dass die Welt wenigstens insofern dazugelernt hätte, als dass sie schrecklichen Ereignissen nicht noch schrecklichere folgen lässt.

Fast humoristisch mutet dagegen der sog. „Megxit“ an: Harry und Meghan Markle verkünden ziemlich genau am 12. Januar ihren „Austritt aus dem britischen Königshaus“. Kein Wunder – die Saturn/Pluto-Konjunktion ereignet sich direkt auf dem Aszendenten der Queen und erzeugt dadurch ein royales Beben durch die Klatschpresse.

Gleichzeitig werden die Nachrichten aus China beunruhigender, und es zeichnet sich ab, dass die Corona-Krise weltweite Auswirkungen haben könnte.


Corona-Krise (Teil 1): Mitte Januar 2020 bis 5. April 2020

Am 16. Februar tritt zusätzlich Mars in den Steinbock ein, wodurch sich nun vier Planeten in Steinbock befinden. Ab Monatsmitte werden weltweit Fälle von Corona gemeldet, so dass die WHO am 28. Februar das globale Risiko als „sehr hoch“ einschätzt. Im Zuge der Annäherung von Jupiter und Mars an Pluto kommt es zu immer höheren Fallzahlen und drastischeren Maßnahmen gegen das Virus.

Pluto steht im Extremfall für die Angst, im Kern vernichtet zu werden. Zusammen mit Jupiter greift mehr und mehr die „Corona-Panik“ um sich: Während die einen fürchten, am Virus zu sterben, fürchten andere den individuellen und/oder globalen wirtschaftlichen Ruin, wieder andere, dass nun die Prophezeiungen diverser „Verschwörungstheorien“ in Erfüllung gehen könnten. Angst ist generell ein schlechter Ratgeber, weshalb zu befürchten ist, dass im Bestreben, die Kontrolle zu behalten (Pluto in Steinbock), Entscheidungen getroffen werden, die das Systemversagen (Pluto in Steinbock destruktiv) eher befördern als verhindern. Wieder kommt es zu extremen gegenseitigen Schuldzuweisungen („Panikmacher“ versus „Corona-Leugner“=“Mörder“). Situationskomischer Ausdruck der Panik ist das „Klopapierhamstern“…

Astrologisch lassen sich übrigens keine Aussagen über die tatsächliche Gefährlichkeit des Virus treffen (theoretisch ist von „normaler Erreger“ bis „extrem gefährlicher Erreger“ alles möglich). Erkennbar ist lediglich, was das Virus im Kollektivbewusstsein auslöst.

Am 20. März erfolgt die Mars-Jupiter-Konjunktion: Wir bewegen uns auf den weltweiten Lockdown zu.

Am 22. März tritt Saturn in den Wassermann ein: In den Medien werden vereinzelt kritische Stimmen laut, dass man die Krise auch anders handhaben könnte (z.B. juristische Bedenken wegen der Einschränkung von Grundrechten, Verweis auf Länder wie Schweden und Südkorea). Die deutsche Regierung vermeidet immerhin, eine Ausgangssperre zu verhängen. Der Eintritt von Mars in den Wassermann am 30. März verstärkt die kritischen Tendenzen, die sich jedoch nicht durchsetzen können.

Wie erwartet bringt die Jupiter-Pluto-Konjunktion am 5. April eine Art „gefühlten“ Krisenhöhepunkt. Auch wenn sich die kritischen Stimmen über den Umgang mit der Krise seither weiter mehren und eigentlich aus einigen Ländern positive Entwickungen zu verzeichnen sind, kommt es kaum zur Entspannung. Im Gegenteil: Neben leichten Lockerungen wird nun über Langzeiteinschränkungen diskutiert. Leider macht sich deutlich bemerkbar, dass Jupiter kurz vor der stationären Phase steht und sich kaum aus Plutos Schatten lösen kann. Da Jupiter auch für das steht, worin die Menschen ihr Heil suchen, regiert weiterhin der Glaube, dass „immer mehr Kontrolle“ der beste Weg sei.

Jupiter-Pluto-Konjunktion am 5. April 2020


Corona-Krise (Teil 2): Mitte Mai bis 30. Juni 2020

Nachdem die Krisenkonstellationen aus Saturn, Pluto, Jupiter und Mars erst einmal auseinander gelaufen waren, was leider nur wenig Entspannung brachte, wurden die drei Langsamläufer zwischen Ende April und Mitte Mai rückläufig, wodurch sich Jupiter ab 14. Mai wieder auf Pluto zubewegte. Fast zeitgleich wechselte Mars in die Fische, was weiterhin zu wirren und vielleicht auch unehrlichen Handlungen führte.

George Floyds Tod durch Polizeigewalt am 25. Mai erzeugte eine weitere Verschärfung des Klimas. Während es in den USA seitdem zu teils bürgerkriegsähnlichen Zuständen kommt, wurde auch in Deutschland heftig gegen Rassismus demonstriert. Nachdem das Demonstrationsrecht der Corona-Demonstranten „aufgrund von Infektionsgefahr“ massiv in Frage gestellt wurde, schien das für die Anti-Rassismus-Demonstranten nicht mehr zu gelten. Es wird vorwiegend moralisch-emotional argumentiert und erkennbar mit zweierlei Maß gemessen. Wer mit Logik und Ratio dagegen anzugehen versucht, wird schnell als „böse“ diffamiert. Eine Überbrückung der Gegensätze ist leider weiterhin nicht in Sicht: Während der Widerstand gegen die mittlerweile von vielen als unsinnig empfundenen Maßnahmen wächst, haben andere panische Angst vor angeblich „unverantwortlichen“ Lockerungen. Die Ausmaße des wirtschaftlichen Desasters zeichnen sich ab, sind aber noch nicht voll im öffentlichen Bewusstsein angekommen.

Am 28. Juni wechselte Mars in den Widder, was der zweiten Jupiter-Pluto-Konjunktion am 30. Juni ein zusätzlich hohes Aggressionslevel verlieh.

Leider ging Saturn am 2. Juli noch einmal nach Steinbock zurück. Weiterhin dominieren also repressive Ideologien und Handlungskonzepte, obwohl neue Lösungsansätze (Wassermann!) bereits in greifbare Nähe gerückt waren. Auf der anderen Seite könnte Saturn in Steinbock verlangen, dass die Fakten auf den Tisch kommen und Rechenschaft abgelegt wird.

Jupiter-Pluto-Konjunktion am 30. Juni 2020


Corona-Krise (Teil 3): Anfang August bis 12. November 2020

Während Jupiter und Pluto zeitweilig am Auseinanderlaufen waren, begann der Widder-Mars ab Anfang August Quadrate zu Jupiter, Pluto und Saturn zu bilden. Krisenherde, die durch Corona oder schon vorher in den Hintergrund getreten waren, beginnen teilweise neu aufzuflammen (Nahost, Türkei/Zypern, Armenien). Im Vordergrund stehen jedoch weltweit Corona-Proteste immer größeren Stils, die politisch, medial und verbal nicht weniger heftig bekämpft werden. Ebenso aggressiv verläuft der US-amerikanische Wahlkampf.

Anfang/Mitte September wurde Mars rück- und Jupiter direktläufig, so dass sich nun eine weitere Planetenballung am Himmel anbahnt. Weltweit steigen erneut die Corona-Infektionszahlen und damit die staatlichen Maßnahmen – in einer teils nicht mehr zu überblickenden und handhabbaren Weise. Gleichzeitig wurde eine Vielzahl von Klagen gegen die Corona-Maßnahmen eingereicht (Saturn in Steinbock verlangt nach juristischer Klärung). Die Diskussionen darüber, was verantwortlich und richtig ist, werden bis zur dritten Jupiter-Pluto-Konjunktion am 12. November vermutlich noch härter geführt werden als bisher.

Jupiter-Pluto-Konjunktion am 12. Nov. 2020


Langsame Entspannung: Ab Ende November 2020

Während sich Jupiter endgültig von Pluto entfernt, ist eine langsame Entspannung zu erwarten, auch wenn die Stimmung bis Mitte Februar 2021 latent aggressiv bleibt (Mars bildet permanent Quadrate zu verschiedensten Planeten).

Zwischen dem 17. und 21. Dezember wechseln Jupiter und Saturn in den Wassermann, wo sie gleich zu Beginn des Zeichens eine Konjunktion bilden. Die Zeit der Neuordnung beginnt. Wird es eine positiv-freiheitlich-progressive oder dogmatisch-verkopft-totalitäre sein? Beides ist unter Saturn in Wassermann (wie auch unter Pluto in Wassermann ab 2023) denkbar.

Jupiter-Saturn-Konjunktion am 21. Dezember 2020

Das gesamte Jahr 2021 untersteht dann dem Saturn-Uranus-Quadrat, das anzeigen könnte, dass nun inhaltlich und formal über die Umsetzung der neuen Wege gestritten wird. Jedoch nehme ich an, dass dies in Wassermann/Stier mit geringerer Heftigkeit als in Steinbock vor sich gehen wird. Immerhin sind Wassermann-Saturn und Stier-Uranus von ähnlichen Themen getragen.

2022 werden durch eine Jupiter-Neptun-Konjunktion in den Fischen auf der einen Seite die Sehnsucht, in virtuelle Welten abzutauchen und sich realen Problemen zu entziehen, auf der anderen Seite aber auch spirituelle und feinstoffliche Strömungen gestärkt.

(Stand: 12.10.2020)

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